Mountainbiken als Motor der Regionalentwicklung

Von desire lines I Norman|7. Oktober 2019|Allgemein|0 Kommentare

Mountainbiken ist ja immer ein kleines Abenteuer: ein Outdoor-Erlebnis. Vor allem aber ist es auch ein nachhaltiger Motor in der Regionalentwicklung. Warum das so ist, werde ich an Hand dreier Äußerungen zeigen. Diese wurden im Projektverlauf der Trans Bayerwald in ganz unterschiedlichen Stadien geäußert.

1. „Da ziehen ernsthaft Leute freiwillig und bewusst wieder hin?“
2. „Ich bin begeistert und dankbar, dass meine Arbeit und mein Engagement, das ich im Mountainbike-Bereich in den letzten Jahrzehnten eingebracht habe, durch dieses Projekt richtig gewürdigt werden.“
3. „Mountainbike-Projekte sind für mich der Inbegriff von Entwicklungsprojekten für den ländlichen Raum.“

Werfen wir einen Blick auf die Geschichten hinter den Aussagen.

Der Politiker

Zur Eröffnung der Trans Bayerwald sagte der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Brunner diesen treffenden und spannenden Satz.

  1. Er bezieht sich damit auf die Ausübenden, die gut verdienend sind, Familienmenschen, die wirtschaftliche Wertschöpfung in die Region bringen und sich auch ansiedeln (für diese Punkte haben wir Daten aus den USA und aus dem MTB-Monitor des Mountainbike Tourismusforum Deutschlands, die das untermauern.
  2. Zum zweiten sagte er – und das finde ich ganz spannend und bezeichnend: „Ich bin selber Mountainbiker, zwar mit E, aber schon Mountainbiker.“ Und dieses Bild bietet sich uns aktuell in verschiedenen Projekten an verschiedenen Stellen. Das eMTB bringt uns Befürworter in Reihen, die wir nicht vermutet hatten, aber natürlich auch Kritiker wo wir sie nicht vermutet hätten, nämlich in den eigenen Reihen.

Der Vereinsvorstand

Die Würdigung kommt von Franz Stieglbauer – er ist der Vereinsvorstand eines Mountainbike-Vereins in Sankt Englmar und Teamchef eines kleinen Rennteams. Er veranstaltet seit vielen Jahren das Bike-Jugendcamp zur Nachwuchsförderung und engagiert sich auch im Tourismus. In einer unserer Sitzungen stand er auf und sagte

Es ist so schön für mich zu sehen, dass durch dieses Projekt nun endlich meine Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten zum Mountainbiken im Bayerischen Wald anerkannt wird.

Franz Stieglbauer, Sportivo St. Englmar

Die urbane Mountainbike-Szene

Zuletzt haben wir den M97 – die Mountainbike Sparte der Sektion München Oberland des Deutschen Alpenvereins, die mit über 2.000 Mitgliedern die stärkste MTB-Gruppe im DAV sind. Ich wurde eingeladen bei ihnen einen Vortrag zum Mountainbiken im Bayerischen Wald zu halten – ich begann mit einem kleinen Exkurs zu den Menschen und das ich und andere ganz bewusst dort lebten. Worauf sie sehr erstaunt waren und fragten: „Und du und andere sind da wirklich freiwilling wieder hingezogen.“ Am Ende fixierten sie einen Termin zur Sektionsausfahrt in den Bayerischen Wald, haben diesen mittlerweile fix im Programm und auch der Summit Club bietet eine Tour auf der Trans Bayerwald an – der Verantwortliche Referent kam im Nachgang begeistert auf mich zu, wie gut und schön und vor allem nah es doch dort sei.

Was wir daraus lernen!

  1. Mountainbiken ist immer Wirtschaftsfaktor für die Region: es zahlt auf die Daseinsfürsorge ein, esentwickelt die bestehende Infrastruktur weiter und bietet touristischen Mehrwert. Brücke von Tourismus- zu Regionalentwicklung.
  2. MTB Projekte funktionieren nur in einem sehr intensiven Stakeholderprozess – d.h. wir integrieren hier sehr viele unterschiedliche Menschen und wir starten darüber einen Dialogprozess. Jung und alt sprechen miteinander, Ehrenamt und Wirtschaft, Tourismus und Gemeinden. Diese Projekte fungieren damit immer auch als Aggregator neuer Ideen.
  3. Stadt und Land werden miteinander verbunden – Gast und Gastgeber kommen sich näher und Lebenswelten interagieren miteinander. Wir wissen, dass das Leben in Berlin und New York sich näher sind, als das Leben in Berlin und meinem 1.000 Einwohnerort Grainet im Bayerischen Wald mit 40 km zur nächsten Autobahn. Damit schaffen wir eine Brücke in einer der größten Klüfte, die uns die nächsten Jahre erwarten wird.
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