Die Lagerfeuererzählung

Von desire lines I Norman|21. Februar 2019|Allgemein|0 Kommentare

Das Lagerfeuer ist ebenso eine Konstante im Outdoor-Tourismus, wie der Kaffee am Berg mittlerweile bei Mountainbike-Filmproduktionen. Die wohlige Wärme, das Gefühl von Gemeinschaft und der unbeirrbare Blick in die Flammen. Ein Tagesausklang den sicherlich viele von uns mögen würden und ihn gerade im Urlaub immer wieder auch haben.

Wir nutzen das Lagerfeuer allerdings eher im metaphorischen Sinne, wenn es darum geht die Kernerzählung einer Destination im (e)MTB-Segment herauszuarbeiten. Wir nutzen diese Erzählung meist zu Beginn einer Beratungsphase um auf der einen Seite Inkonsistenzen im Interaktionsablauf herauszufiltern, vor allem aber kommen wir so zu den Punkten und Motiven, die das (e)Mountainbiken in dieser Region ausmachen.

Der gemeinsame Tagesausklang, wie hier im Singltrek Centrum, dienen der Gemeinschaftsbildung, aber auch der gegenseitigen Erzählung.

Der Weg ans Lagerfeuer

Der Weg dahin ist denkbar einfach. In Kleingruppen erarbeiten die Teilnehmer die Lagerfeuererzählung. Das also, was sich (e)Mountainbiker*innen am Abend nach ihrer Ausfahrt und ihrem Urlaub am Lagerfeuer erzählen. Was nehmen diese Menschen mit, was bleibt hängen, was ist der Kern ihres Aufenthalts.

Was bietet das Lagerfeuer

Die Lagerfeuererzählung kann aus unserer Sicht zwei Dinge leisten:

  1. Kernerzählung: Wie oben bereits erwähnt kann über das Bild des Lagerfeuers die Kernerzählung einer Destination herausgearbeitet werden. Es bietet sich an hier vor allem mit Locals zu arbeiten, die ihre Region kennen und idealerweise die Gästeperspektive, derer die sie guiden, mitdenken können. Aus allen Beiträgen ergibt sich ein Bild dessen was Locals und Gäste in der Region sehen, welches Potenzial sie hat und worauf in Kommunikation und Produkt aufgebaut werden kann. Damit kann in einem zweiten Schritt die Zielgruppe bestimmt und der Kern einer Kommunikationskampagne konzipiert werden.
  2. Inkonsistenzen: Die Lagerfeuererzählung eignet sich sehr gut um Probleme und Inkonsistenzen im (e)MTB-Thema herauszufiltern. Schlagen Interaktionen fehl, mangelt es an gewissen Serviceangeboten oder gibt es gar Probleme mit der Infrastruktur? In der Lagerfeuererzählung werden sich solche Schwierigkeiten und Inkonsistenzen zeigen. Das kann der Anfang eines professionell angelegten Service Design-Prozesses sein.
  3. Perspektivwechsel: Die Lagerfeuererzählung kann auch bei Belangträgertreffen ein probates Instrument für einen Perspektivwechsel sein. Alle Belangträgergruppen können auf diese Weise ihre Wahrnehmung an Natur, Wald, Raum und Berg kundtun. Auf diese Weise zeigen sich Überschneidungen, aber eben auch Probleme. Die offene Wahrnehmung unterschiedlicher Perspektiven, sowie die Schnittpunkte sind eine ideale Basis für ein weiteres kooperatives Vorgehen.
Bild: Stephan Peters
Mit Freunden am Lagerfeuer sitzen und den Tag Revue passieren lassen.
Diesen Beitrag teilen: