Wie Produktentwicklung das Interaktionsproblem löst

Von desire lines I Norman|4. Januar 2019|Allgemein|0 Kommentare

Mountainbiken ist für mich von jeher Interaktionssport (im Gegensatz zu Kontaktsportarten). Es geht mir um Interaktion mit der Natur, in der ich mich bewege. Um Interaktion mit den Menschen, mit denen ich fahre. Und das Ganze natürlich auch auf größerer Ebene – also regional bezogen. Bei touristischen Mountainbike-Angeboten hapert es allerdings oft genau an dieser Interaktion. Aufwändige Infrastrukturen werden geschaffen. Die Interaktion des Gastes und mit dem Gast bleibt aber unbeachtet. Warum das ein Problem ist und wie ein touristisches MTB-Produkt genau das verhindern kann, erfährst du hier:

Mountainbiker und Wanderer geben sich die Hand - sie interagieren. Diese Begegnung ist nicht planbar, mit einem touristischen Produkt ist ihr Zustandekommen aber wahrscheinlicher.

Mountainbiker und Wanderer geben sich die Hand – sie interagieren. Diese Begegnung ist nicht planbar, mit einer touristischen Produktentwicklung ist ihr Zustandekommen aber wahrscheinlicher.

Wieso hapert es an (designten) Interaktionen?

Die Entwicklung von Mountainbike-Angeboten ist oft aufwändig und zeitintensiv. Der Fokus liegt meist auf der Infrastruktur. Das ist auch erst einmal richtig und wichtig. Schließlich ist eine hochqualitative und zielgruppenorientierte Infrastruktur der Schlüssel zum Gast. Doch dabei verliert man den Gast und sein Erlebnis auch zu oft aus den Augen. Mountainbiker haben verschiedene Motive und Zielsetzungen. Eine erlebnisreiche Interaktion in der Region gehört dabei aber immer dazu – wie diese anschließend aussehen soll unterscheidet sich dann nach Zielgruppe.

Eine gelungene Infrastruktur bietet aber erst einmal noch keine Interaktionen bzw. Anlässe dazu. Ja, Touren können entsprechend geplant werden und Infotafeln an passenden Stellen informieren, Inszenierungen wie auf einem Trimm-Dich-Pfad können zu Fahrtechnikeinheiten einladen – doch wird es bei der Konzentration auf die Infrastruktur eher dem Zufall überlassen sein, an solche Interaktionseinladungen zu denken. Strukturiert geplant und designt werden sie in der Produktentwicklung.

Was ist nun das Problem an mangelnden Interaktionen?

Gehen wir davon aus, dass es unser Ideal ist dem Gast ein Premiumerlebnis zu verschaffen, wie er es durch deinen sehr guten Guide*in erhält. Im Guiding können wir zwei Qualitätslevel unterscheiden:

  1. Basislevel: Der Guide*in führt zuverlässig und sicher Touren. Die Gruppe hat Möglichkeiten zur Regeneration, zu Pausen und zur Versorgung. Er kümmert sich um technische Defekte und hat die Tour an die Gruppe angepasst.
  2. Premiumlevel: Der Guide*in gibt an passenden Stellen individuell Fahrtechniktipps und -einheiten. Er führt zu Aussichten, weiß wann am Badesee auf dem Weg wenig los ist, kümmert sich um eine Einkehr mit regionaler Küche. Der Guide*in gibt Empfehlungen zu weiteren Tätigkeiten in der Region, erklärt Kultur, Geographie und Topographie – macht den Gast ein wenig zum Local. Schafft also damit ein nachhaltiges, einmaliges, regional angepasstes Erlebnis.

Das Basislevel ist auf der skalierbaren Ebene des Tourismus die Infrastruktur – das was vorhanden sein muss. Das Premiumlevel möchten wir allerdings erreichen. Einerseits weil der Gast damit wesentlich wahrscheinlicher wiederkommt und darüber auch seinen Freunden berichtet. Andererseits weil wir hier die Möglichkeit haben diese Interaktionen zu designen. Wir können nicht so detailliert steuern wie ein Guide. Das muss auch nicht sein, denn das Erlebnis soll trotz Skalierbarkeit individuell bleiben. Wir können uns aber seinen Weg in die Region, seine Wege in der Region und seine Wege nach dem Besuch näher anschauen und versuchen diese zielgerichtet mit Interaktionen zu designen. Dieses Design bietet uns und dem Gast zahlreiche Vorteile.

  • Monitoring der Besucherströme
  • Kommunikation mit dem Gast in verschiedenen Phasen seiner Reise
  • Design des Gasterlebnisses
  • Gast kann sehr einfach in die Region eintauchen und auf einem Guiding-Premiumlevel erleben

Wie kann Produktentwicklung nun das Interaktionsproblem lösen?

In der Produktentwicklung stellen wir das Erlebnis des Gastes in den Mittelpunkt und damit die Interaktionen des Gastes mit der Region, dem Produkt, der Infrastruktur, den Menschen, …

Es geht nicht so sehr darum den Gast zu steuern als sein Erlebnis wo möglich zu designen und Interaktionsmöglichkeiten zu nutzen und gegebenenfalls zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit eines Premiumerlebnisses steigt so ungemein, ebenso die Wahrscheinlichkeit zur Wiederkehr (denn auch hier gibt es zahlreiche Stellschrauben und Möglichkeiten), aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Gast Freunden und den sozialen Medien positiv von seinen Erlebnissen berichtet. Schließlich haben wir den ein oder anderen AHA-Moment designt.

Touristische Produktentwicklung im Mountainbike-Bereich ist übrigens eines unserer Hauptbetätigungsfelder. Kontaktiere uns gern, wenn du mehr zum Thema erfahren und mit uns zusammen arbeiten möchtest.

Diesen Beitrag teilen: